SPD Gutach

 

SPD Kreisverband Ortenau gegen Kundgebung der NPD

Lautstark und friedlich protestierten am Donnerstag etwa 250 Menschen gegen die Wahlkundgebung der rechtsextremen NPD auf dem Lindenplatz. Mit »Nazis-Raus!«-Rufen, Trillerpfeifen, Tröten und Alarmsirenen machte die Menge so viel Lärm, dass von den Reden der Nazis nichts zu hören war. So laut der Bundesvorsitzende der NPD, Holger Apfel, auch brüllte, er fand kein Gehör.

Offenburg. Warum die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) gerade die Freiheitsstadt Offenburg als einzige Station in Südbaden für ihre Wahlkampftour ausgesucht hatte, um ihre Parolen unters Volk zu bringen, konnte am Donnerstag keiner der Protestierenden sagen. Doch nach dem lautstarken Widerstand, den die etwa 250 Menschen dem Bundesvorsitzenden der NPD, Holger Apfel, und einer Handvoll Gefolgsleuten der NPD entgegenschmetterten, dürfte deutlich geworden sein: In Offenburg ist kein Platz für Nazis, kein Nährboden für ausländerfeindliches Gedankengut und kein Interesse an den Phrasen der rechtsextremen Partei.

Als sich am Montag über das Internet herumsprach, dass die NPD die Stadt Offenburg am Freitag auf ihrer Wahlkampftour ansteuern will, hatte sich schnell der Protest formiert. Das Bündnis gegen rechts – dazu gehören IG Metall, Verdi, der Deutsche Gewerkschaftsbund und linke Gruppierungen wie die Antifa und Attac – sowie Parteien wie Grüne, SPD und Linke hatten zur Gegenkundgebung auf dem Fischmarkt aufgerufen. Bevor dann aber die Anmeldung der NPD – nicht wie ursprünglich für Freitag, sondern für Donnerstag Vormittag – im Rathaus eintraf, hatte Klaus Melder, Kreisvorsitzender des DGB, den Platz bereits für eine Gegenkundgebung reserviert. Die NPD musste auf den Lindenplatz ausweichen.

Während die Polizei, die mit Verstärkung von einer Hundertschaft anrückte, schon Donnerstag Morgen vor 8 Uhr Absperrgitter am Lindenplatz aufstellte, bereitete sich die Protestbewegung am Fischmarkt auf das Eintreffen der Nazis vor. Nach ihrer Kundgebung um kurz vor 10 Uhr, bei der sie sich gegen rechtes Gedankengut aussprachen, liefen die Demonstranten geschlossen zum Lindenplatz.

Doch die rechtsextreme Partei ließ auf sich warten. Zwischenzeitlich war auch Oberbürgermeisterin Edith Schreiner zu den Protestierenden gestoßen: »In unserer Stadt ist keine Resonanz für rechte Umtriebe«, sagte sie. Es ärgere sie wahnsinnig, dass die NPD schon wieder Offenburg für eine Veranstaltung herausgesucht habe.

Unheimlicher Spuk

Gegen Viertel nach 10 Uhr wurde es dann unruhig in der Menge: Es hatte sich herumgesprochen, dass der Bus der NPD in wenigen Minuten eintreffen sollte. Schlagartig schwoll der Geräuschpegel an: »Nazis raus, Nazis raus!« setzte das Bündnis gegen rechts an. Mit Trillerpfeifen, Megaphonen und Sirenen breitete sich ein Lärm aus, mit dem die Nazis offenbar nicht gerechnet hatten. Wie bei einem Geisterspuk stieg eine Handvoll Personen aus dem Bus aus und baute eine Anlage mit Rednerpult auf dem von Polizisten abgesicherten Lindenplatz auf. Drei Personen stellten sich mit versteinerten Mienen vor den Bus, der mit einem Riesen-NPD-Plakat »D-Mark statt Euro-Pleite« beklebt war.

Hinter den Absperrgittern brüllten, pfiffen und sangen die Demonstranten lautstark weiter, sodass jede Unterhaltung zwecklos war. Doch der Lärm erfüllte seinen Zweck: Keine Parole, lediglich Wortfetzen wie »Kriegstreibernation«, gelegentlich ein Name eines Politikers der Bundesregierung oder immer wieder »Deutschland« drang über das Mikrofon zu den Zuhörern.

Als der NPD-Parteivorsitzende Holger Apfel ans Mikrofon trat, wurde der Lärm noch lauter, sodass sich der ein oder andere Demonstrant Oropax ins Ohr drückte. Statt wie angemeldet bis 13 Uhr zu reden, packten die Nazis um 11.40 Uhr ihre Sachen und fuhren von Buh-Rufen und Pfiffen begleitet davon.

Polizei, Stadt Offenburg sowie das Bündnis gegen rechts zogen hochzufrieden Bilanz. Ganz und gar friedlich sei es gelungen, der NPD die Stirn zu bieten. »Trotz ihrer starken Lautsprecher sind die Nazis nicht zu Wort gekommen«, sagte Thomas Bleile von der IG Metall Offenburg. Auch Jan Wieczorek vom DGB Südbaden resümierte: »Faschismus und Rechtsradikalismus haben in Offenburg keinen Platz.« Das Aktionsbündnis gegen Rechts habe sich als stark genug erwiesen und sein Ziel erreicht: »Die Nazis konnten ihre menschenverachtenden Botschaften nicht unterbringen.«

Bild und Text: Kälble/Mittelbadische Presse

 

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