SPD Gutach

 

Ehrenamt aus Leidenschaft

Mit dem Innenminister von BaWü Reinhold Gall

Was hat die Bollenhutgemeinde Gutach Besonderes, dass gleich zwei Landesminister ihr an einem Wochenende die Aufwartung machen? Die Antwort gab Innenminister Reinhold Gall (SPD) beim Ehrenamtsempfang der Gutacher SPD schlagfertig direkt „ Man kann nur kommen wenn man eingeladen ist“, erläuterte er den zahlreichen Gästen unter stürmischem Beifall.
Und alle waren gekommen, Kommunalpolitiker, Feuerwehrmänner und Rettungsdienstler, Vertreter sämtlicher Vereine und Institutionen. Sie alle waren auf die Ausführungen des Landespolitikers gespannt, der von Bürgermeister Siegfried Eckert und SPD-Ortsvorsitzendem Markus Klausmann im Feuerwehrgerätehaus willkommen geheißen wurde. Trachtenmädchen Laura Horn steckte ihm gleich das Bollenhutsignet der Gemeinde an, welches nach Aussage von Eckert für „alle Straßenbahnen und Skilifte Gutachs“ gilt.
Es gäbe Einladungen, da ginge man nicht so gern hin, aber zu diesem Empfang unter dem Motto „Ehrenamt aus Leidenschaft“ habe man ihn nicht zweimal bitten müssen, begann Gall seine launige Rede. Wertschätzung gegenüber den Engagierten war ein Grund für ihn, aber er empfand auch Wertschätzung der Engagierten ihm gegenüber, denn eigentlich habe man an einem Samstagvormittag wohl „Besseres zu tun“ als mit ihm zu diskutieren.
Der Minister hatte seine Hausaufgaben erledigt, kannte die genaue Einwohnerzahl, die Vereinsstrukturen Gutachs und aus dem Petitionsausschuss die Windkraftproblematik. Er beleuchtete die einzelnen Aspekte des Ehrenamtes als Vorbildfunktion, der Kunst oder der Musik und betonte, wie arm und traurig sämtliche Veranstaltungen ohne sie wären. Gerade im Hinblick auf die erschütternden aktuellen Ereignisse sprach er besonders die Uniformträger an, die als Einsatzkräfte unglaublichen Belastungen ausgesetzt sind und sich trotzdem meist auch ehrenamtlich in den Dienst am Menschen stellen.
Er berichtete von einem Aufenthalt in Saudi-Arabien, als er abends um 22 Uhr auf dem Balkon stand und nicht die Spur öffentlichen Lebens finden konnte. Dagegen sind gerade die Baden-Württemberger in einer „tollen Situation“ und die Landesregierung ist sich dessen durchaus bewusst und will auch weiterhin die Weichen, durchaus auch finanziell,
fürs Ehrenamt stellen. Landtagskandidat Karl-Heinz Kopf leitete zur lebhaften Diskussion über, die vor allem Bürokratie und steuerrechtliche Probleme anprangerte. So mussten laut Bruno Heil die Wolfacher für ihr Narrentreffen allein drei Firmen gründen und mehrere Steuerberater bemühen, um steuerlich einigermaßen über die Runden zu kommen. Oder die in die Jahre gekommenen Löschfahrzeuge der Feuerwehr, hier fühlen sich einige Feuerwehren vom Land im Stich gelassen. Das wollte Gall nicht auf sich sitzen lassen und er betonte die Notwendigkeit der kommunalen Selbstverwaltung. Derzeit bestehe zwar durch die in der Vergangenheit eingeschränkte finanzielle Situation der Kommunen ein Antragsstau, aber das Land stellt im Haushalt 15/16 den Feuerwehren allein 57 Millionen Euro zur Verfügung. Er könnte sich aber gemeinsame Beschaffungen durch das Land durchaus vorstellen, da hier wesentliche bessere Konditionen zu holen sind. Für die Vereinsbesteuerung nahm er einige Hinweise für Gespräche mit dem Finanzministerium mit ebenso wie das vom Gutacher Trachtenkapellenvorstand Mike Lauble kritisch angesprochene komplizierte Procedere bei den Trachtenzuschüssen. Zur Frage der „Feuerwehrrente“ ähnlich wie in Thüringen gab er das Gebot der Gerechtigkeit zu bedenken. Hier könne er sich eher einen erweiterten Versicherungsschutz vorstellen.
Die Gutacher und ihre Gäste nahmen kein Blatt vor den Mund und nach dem Eintrag ins Gutachs Goldenes Buch nahmen beim anschließenden Stehempfang einige Vereinsvorstände die Gelegenheit wahr, mit dem Innenminister zu diskutieren.
Zitat Gall:
Perikles: Wer an Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, der ist kein stiller Bürger, sondern ein schlechter Bürger.
Konfuzius: Der wahrhaft Edle predigt nicht was er tut, bevor er nicht getan hat was er predigt!
Karl-Heinz Kopf:
40 Prozent der Bürger Baden-Württembergs engagieren sich ehrenamtlich. In Gutach sind es bestimmt noch ein paar mehr

 

Text: OT

Bild:Klausmann

 

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